Rulo im Amateurspiel - realistischer Scoring-Shot oder Selbstbetrug?

Gestartet vor 4 Monaten von Tobias Kramer  ·  9 Antworten  ·  183 Aufrufe
technikrulovolleyliga

Ich sehe auf TikTok und YouTube gerade überall Rulo-Tutorials. Der Shot sieht brutal aus, keine Frage. Aber ich frage mich ernsthaft: Wann soll man den im echten Amateurspiel sinnvoll einsetzen?

Die Voraussetzung ist ja, dass der Ball tief genug kommt und du die Zeit hast, das Handgelenk kontrolliert abzurollen. In unserer Ligaebene (Hannover, mittleres Niveau) ist das Timing für sowas doch eigentlich selten gegeben. Oder überseh ich was?

vor 4 Monaten #1

Der Rulo ist technisch ein pronierter Inside-out-Volley mit Topspin-Komponente. Das Problem im Amateurbereich ist weniger das Timing als die Handgelenksstabilität - die meisten Leute, die ich das versuchen sehe, brechen das Handgelenk zu früh. Ergebnis: unkontrollierter Sidespin, Ball landet im Netz oder in der Seitenwand. Für die allermeisten wäre ein sauberer flacher Volley effektiver.

vor 4 Monaten #2

Ich hab den letzten Winter intensiv geübt und ich sag dir: wenn er sitzt, ist er unreturnbar. Natürlich geht er anfangs öfter daneben, aber irgendwann kommt das Gefühl. Ich würd nicht sagen Selbstbetrug, eher langfristige Investition.

vor 4 Monaten #3

"Langfristige Investition" ist eine nette Umschreibung für: ich verliere gerade Punkte, die ich mit einem normalen Volley gewonnen hätte.

vor 4 Monaten #4

Ich glaube das kommt stark auf die Situation an. Bei einem kurzen Ball in der Mitte, wenn du Zeit hast und dein Gegner schon antizipiert wohin du spielst - da kann der Rulo Sinn ergeben. Als Standardwaffe im Amateurspiel? Nein, da stimmte ich dem OP zu.

vor 4 Monaten #5

Ich trainier seit Jahren Amateurspieler. Der Rulo ist kein Shot den man nach 3 Monaten sauber spielt. Wer ihn ins Spiel bringen will, muss ihn mindestens 500 Mal isoliert geübt haben bevor er im Match funktioniert. Das unterschätzen fast alle.

Dazu kommt: der optimale Kontaktpunkt ist sehr eng. Zu hoch, zu flach, zu spät - und der Punkt ist weg. Für Spieler unter Ligamittelfeld würde ich sagen: zuerst die Bandeja stabilisieren.

vor 4 Monaten #6

Ich kenn den Shot ehrlich gesagt nur vom Zuschauen. Was ist der konkrete Vorteil gegenüber einem normalen Volley mit mehr Winkel? Wird der Ball tiefer gehalten?

vor 4 Monaten #7

Der Ball wird durch den Topspin nach dem Aufprall beschleunigt und bleibt tief - das Ziel ist, dass er nach dem Glas kaum aufsteigt. Theoretisch schwer returnbar. Praktisch erfordert das aber auch einen präzisen Treffpunkt auf dem Court, sonst gibt der Gegner einfach die Wand und hat Zeit.

vor 4 Monaten #8

Kurze Zusammenfassung dieses Threads: ja er ist geil, nein du kannst ihn nicht, üb erstmal was anderes.

vor 4 Monaten #9

So würd ich das unterschreiben. Ich bleib vorerst beim flachen Cross-Volley wenn ich unter Druck bin. Der Rulo bleibt auf der Wunschliste für irgendwann.

vor 3 Monaten #10

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