Lob im Padel – defensiver Notausgang oder echter Angriff?

Gestartet vor 3 Wochen von Renata Nowak  ·  8 Antworten  ·  537 Aufrufe
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Ich spiele jetzt seit etwa zwei Jahren und merke, dass ich den Lob fast ausschließlich als Notlösung einsetze – wenn ich aus dem Winkel gedrückt werde und keine andere Option mehr sehe. Mein Trainingspartner sagt, das ist falsch gedacht, der Lob soll eigentlich ein Angriffsmittel sein. Ich verstehe die Logik dahinter (Gegner vom Netz wegzwingen, Rhythmus brechen), aber in der Praxis komme ich damit selten in eine bessere Position. Benutzt ihr den Lob gezielt offensiv, oder ist das eher was für höhere Spielklassen?

vor 3 Wochen #1

Der Lob ist im Padel strukturell anders zu bewerten als im Tennis. Er ist kein Defensivschlag, er ist ein Positionierungsschlag. Das Ziel ist nicht, den Punkt direkt zu gewinnen, sondern die Netzhoheit zurückzuerobern. Wer das erst versteht, wenn er unter Druck steht, setzt ihn zu spät ein.

vor 3 Wochen #2

Bei mir landet er meistens irgendwo zwischen 'knapp hinter der Servicelinie' und 'direkt in den Rücken meines Partners'. Offensiv fühlt sich das nicht an.

vor 3 Wochen #3

Kommt auf den Moment an. Ein Lob aus einer stabilen Position, wenn die Gegner zu weit ans Netz gegangen sind – das ist offensiv. Ein Lob weil du keinen anderen Schlag mehr hast – das ist defensiv. Beides ist legitim, aber man sollte wissen was man gerade tut. Das Hauptproblem das ich bei Hobbyspielern sehe: sie loben zu flach. Dann ist es weder das eine noch das andere, sondern einfach ein schlechter Schlag.

vor 3 Wochen #4

Ich finde den Lob ehrlich gesagt schwerer als er aussieht. Tiefe und Tempo gleichzeitig zu kontrollieren, während man selbst unter Druck ist – das klappt bei mir noch kaum. Habt ihr Tipps wie man das am besten übt? Wir versuchen das immer in Spielsituationen, aber vielleicht braucht es mehr isoliertes Training.

vor 3 Wochen #5

Isoliertes Üben hilft definitiv, aber ich würde Folgendes empfehlen: zuerst den Lob aus einer neutralen, stehenden Position üben bis Tiefe und Flugkurve sitzen, danach erst unter künstlichem Druck. Wenn die Bewegung nicht automatisiert ist, baust du sie unter Stress sowieso nicht ab. Außerdem: der Lob sollte immer in Richtung der schwächeren Rückhand-Glasseite gespielt werden, nicht irgendwo mittig.

vor 3 Wochen #6

Auf höherem Niveau ist die Diskussion 'defensiv oder offensiv' eigentlich hinfällig. Der Lob ist ein Werkzeug. Die Frage ist nur ob es das richtige Werkzeug für den Moment ist. Wer ihn ausschließlich reaktiv einsetzt, gibt dem Gegner zu viel Information darüber wie er tickt.

vor 3 Wochen #7

Ich lobe inzwischen fast schon zu viel, glaube ich. Hat mir ein Trainer mal gesagt – sobald man merkt dass der Lob funktioniert, übertreibt man es. Gegner stellen sich drauf ein, stehen weiter zurück, und plötzlich hat man weniger Netz als vorher. Es ist halt ein Schlag der lebt davon dass er unerwartet kommt.

vor 3 Wochen #8

Genau das. Varianz ist alles. Wer jeden zweiten Ball lobt verliert das Element of Surprise und die Gegner stehen dann einfach bei der Glaswand und warten. Dann lieber mal einen aggressiven Parallelball probieren wenn alle einen Lob erwarten.

vor 2 Wochen #9

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